20.02.2010 [12:00]

Die Sozialdemokratie trauert um Johanna Dohnal

Die ehemalige Frauenministerin Johanna Dohnal ist am Samstag im Alter von 71 Jahren gestorben. In tiefer Trauer nimmt die Sozialdemokratie Abschied von einer Ausnahmepolitikerin.


„Die Sozialdemokratie verliert mit Johanna Dohnal eine der großen und prägenden Persönlichkeiten ihrer Geschichte“, erklärt SPÖ-Vorsitzender und Bundeskanzler Werner Faymann zum Tod der ehemaligen Frauenministerin und Vorsitzenden der SPÖ-Frauen, die mit 71 Jahren verstorben ist. „Johanna Dohnal war Zeit ihres Lebens eine engagierte Vorkämpferin für die Rechte der Frauen. Sie war eine Politikerin, die Großes für die Menschen in Österreich – insbesondere für die Frauen in diesem Land – geleistet hat“, so der Bundeskanzler.

Gleichbehandlung und Chancengleichheit durch Johanna Dohnal

In ihrer Amtszeit setzte Johanna Dohnal unter anderem zahlreiche Verbesserungen für berufstätige Frauen, das gesetzliche Verbot von sexueller Belästigung und Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt in der Familie durch. Die Gleichbehandlungsgesetze für den öffentlichen Dienst, sowie Frauenquoten für Universitäten und Ministerien waren weitere zentrale Bereiche, die zu einem Mehr an Chancengleichheit für Österreichs Frauen führten. Als erste Frauenministerin hat Johanna Dohnal nicht nur die Gleichstellung von Frauen substanziell vorangetrieben, sondern auch nachhaltige gesellschaftspolitische Veränderungen herbeigeführt.

Heinisch-Hosek: Eine Persönlichkeit, die unvergessen bleibt

„Johanna Dohnal hat sich ihr ganzes Leben für Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und Frieden eingesetzt. Sie hat den Frauen vieles hinterlassen“, so Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek.  Der ehemaligen Frauenministerin war es wichtig, nicht nur Politik für Frauen zu machen, sondern Politik mit Frauen. Die Frauenbewegung ist ohne die Feministin Dohnal undenkbar. Heinisch-Hosek betont: „Ja, Johanna Dohnal war unbequem, sie hat sich nicht mit Kleinigkeiten abspeisen lassen – sie wollte immer nur das Ganze. Ihr Wirken und ihre Persönlichkeit wird uns allen unvergessen bleiben.“

Prammer: Johanna Dohnal steht für engagierte, streitbare Frauenpolitik

„Johanna Dohnal war eine große Österreicherin. Eine, zu der viele Frauen bis heute in Respekt und Dankbarkeit aufgeblickt haben“, so Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. Der Name Johanna Dohnal steht für eine engagierte, streitbare Frauenpolitik. Sie hat Österreichs Frauen und den Weg zur Gleichstellung bereitet und ihnen Selbstbewusstsein gegeben. Sie war von ihrer Sache überzeugt, kämpferisch und unbeugsam.  „So traurig ich in dieser Stunde bin, so stolz bin ich darauf, dieser Frau begegnet zu sein. Die Freude darüber und die Erinnerung an diese großartigen Frau werden überdauern“, so die Nationalratspräsidentin.

Vranitzky: Ihr Denkmal hat sie sich schon gesetzt

Als früherem Bundesparteivorsitzenden ist es mir wichtig, dankbar zu betonen, dass Johanna Dohnal als Vorsitzende der Frauenorganisation und als meine Stellvertreterin im Parteivorsitz mir unbeugsam gegen jede Art des Rechtsextremismus und faschistoider Umtriebe zur Seite stand, so Vranitzky. „Ihr Denkmal hat sie sich schon gesetzt. Der Jubel der Delegierten, den sie an den Parteitagen der vergangenen Jahre umbrandte, ist der Beweis dafür. Eine große österreichische Sozialdemokratin ist von uns gegangen.“

Häupl: Dohnal hat in Österreichs Politik nachhaltige Spuren hinterlassen


Mit dem Namen Johanna Dohnal verbindet man viele Meilensteine in der Frauenpolitik. Aber sie hat sich auch in der Friedens-, Entwicklungs- und Bildungspolitik engagiert und hier nachhaltige Spuren hinterlassen, so Bürgermeister Michael Häupl. „Wir verlieren vor allem eine große Sozialdemokratin, eine große Persönlichkeit, wahre Genossin und liebe Freundin“, unterstreicht die Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen, Vizebürgermeisterin Renate Brauner. Der Wiener SPÖ-Landesparteisekretär, Landtagsabgeordneter Christian Deutsch betont: „Die Sozialdemokratie wird der politischen Rolle und dem Menschen Johanna Dohnal ein ehrendes Andenken bewahren. Wir werden sie immer in unseren Herzen tragen.“

Rudas: Vorbild für Frauen und Mädchen

„Johanna Dohnal war nie bereit sich mit bestehenden Verhältnissen und Ungerechtigkeiten zu arrangieren. Sie war schon immer ein Vorbild für meine Generation“, so SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas. „Ihr Mut und ihre Stärke, Ungerechtigkeiten zu bekämpfen, sich für ihre Wertvorstellungen und Überzeugungen einzusetzen haben mich schon als junges Mädchen beeindruckt. Der Tod von Johanna Dohnal ist ein schmerzhafter Verlust für Österreich und die Frauenpolitik“, so Rudas.

SPÖ Frauen: Dohnal ist und bleibt Herz unserer Frauenbewegung

„Johanna Dohnal war für Frauen über alle Grenzen hinweg eine Identifikationsfigur. Sie ist und bleibt das Herz unserer Frauenbewegung und wir verneigen uns vor ihrem Andenken“, so die SPÖ Frauen. Johanna Dohnal hat Politik immer gemeinsam mit Frauen gemacht, ihre Tür stand immer offen. Sie hat ihre Meinung klar und deutlich gesagt, mit ihrer aufrechten Haltung und ihrem Kampfgeist hat sie uns tief beeindruckt. Sie ist unser Vorbild. Ihr politischer Weg ist gekennzeichnet von unbeugsamem Engagement. Johanna Dohnal machte deutlich, dass Frauenpolitik immer für alle Frauen da sein muss und nicht für einige Privilegierte, betonen die SPÖ Frauen.